Gruppenfoto der neuen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner der VG Montabaur vor einem Feuerwehrfahrzeug und dem Feuerwehrgerätehaus. Mehrere Absolventinnen und Absolventen halten ihre Ernennungsurkunden in den Händen.

In der Verbandsgemeinde Montabaur haben 17 Feuerwehrleute ihre Grundausbildung abgeschlossen. Das ist ein Grund zur Freude – und ein Anlass, über Ehrenamt, Nachwuchs und kommunale Verantwortung zu sprechen.

Montabaur: 17 neue Feuerwehrleute ernannt – starkes Signal für das Ehrenamt

In der Verbandsgemeinde Montabaur gibt es 17 neue Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner. Nach Angaben der VG haben die Absolventinnen und Absolventen ihre Grundausbildung erfolgreich abgeschlossen und wurden nun offiziell ernannt. Sie treten künftig in den aktiven Dienst ein – überwiegend in den Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde, zwei von ihnen bei der Werksfeuerwehr Klöckner Pentaplast in Heiligenroth.

Für 2halb3 ist das zunächst einmal ein klarer Satz wert: Herzlichen Glückwunsch. Und noch wichtiger: Kommt immer gesund zurück ins Gerätehaus – oder, wie man früher sagte, ins Spritzenhaus.

Denn wer heute zur Feuerwehr geht, übernimmt keine Folkloreaufgabe. Es geht nicht nur um Kameradschaft, rote Fahrzeuge und Blaulicht. Es geht um Einsätze, Verantwortung, Ausbildung, körperliche Belastung, psychischen Druck und um freie Zeit, die andere lieber auf dem Sofa, im Verein, im Urlaub oder mit der Familie verbringen.

Gerade deshalb ist es nicht selbstverständlich, wenn sich junge Menschen weiter für das Allgemeinwohl einsetzen. Viele der neuen Kräfte kommen laut VG aus der Jugendfeuerwehr. Das zeigt: Nachwuchsarbeit wirkt. Aber sie fällt nicht vom Himmel.

Zwei Jahre Ausbildung – und dann beginnt der Ernst

Der abschließende Lehrgang beendet eine zweijährige Ausbildungszeit mit insgesamt fünf Wochenend-Seminaren. Nach Angaben der VG wurden Theorie und praktische Übungen miteinander kombiniert. Lehrgangsleiter Michael Hainze, der die Ausbildung für den Westerwaldkreis durchführt, lobte das Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Unterstützt wurde er von acht weiteren Ausbildern aus den Reihen der VG Montabaur.

Wichtig ist dabei auch der überörtliche Charakter der Ausbildung. Feuerwehr endet im Einsatz nicht am Ortsschild. Wenn mehrere Ortswehren alarmiert werden, müssen Abläufe sitzen. Dann zählt nicht, wer aus welchem Dorf kommt, sondern wer was kann, wer wem vertraut und wer in Stresssituationen einen klaren Kopf behält.

Genau hier liegt der eigentliche Wert solcher Lehrgänge: Junge Feuerwehrleute lernen nicht nur Technik, Taktik und Regeln. Sie lernen auch die Menschen kennen, mit denen sie später nachts auf der Straße stehen, Keller auspumpen, Türen öffnen, Brände bekämpfen oder nach Unfällen absichern.

Die VG darf sich freuen – aber nicht zurücklehnen

Die Verbandsgemeinde Montabaur verweist auf 18 Feuerwehreinheiten. Nach öffentlichen Angaben der VG leisten rund 620 Frauen und Männer Dienst in den Freiwilligen Feuerwehren. Dazu kommen Jugendfeuerwehren und Bambinifeuerwehren. Das klingt stark. Es ist stark. Aber es ist auch ein fragiles System.

Denn der Brand- und Katastrophenschutz lebt in Rheinland-Pfalz zu großen Teilen vom Ehrenamt. Kommunen tragen dafür Verantwortung. Wer junge Leute ernennt, muss ihnen auch dauerhaft gute Bedingungen bieten: solide Ausrüstung, moderne Ausbildung, funktionierende Gerätehäuser, klare Führung, Wertschätzung im Alltag und Arbeitgeber, die Einsätze nicht nur auf dem Papier unterstützen.

Wer neu dabei ist

Nach Angaben der VG Montabaur haben folgende Absolventinnen und Absolventen die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen:

Natalie Magdalen Zemla aus Augst, Marco Jung aus Görgeshausen, Simon Schönberger aus Heilberscheid, Luca Fries aus Heiligenroth, Justus Schupp aus Kadenbach, Ayleen Hauser aus Niederelbert, Tim Köhn, Torben Sous und Tino Winterwerber aus Montabaur, Amedlie Will aus Montabaur-Horressen/Elgendorf, Finn Höwer aus Nomborn, Andreas Bender und Ramona Lukas aus Simmern, Kai Kneuper und Andreas Spitzhorn aus Welschneudorf sowie Daniel Mies und Alina Schöpfe von der Werksfeuerwehr Klöckner Pentaplast.

Dass auch zwei Kräfte zur Werksfeuerwehr bei Klöckner Pentaplast gehören, zeigt einen weiteren Punkt: Gefahrenabwehr ist nicht nur eine kommunale Aufgabe. Auch Betriebe mit besonderen Risiken brauchen funktionierende Strukturen. Laut öffentlich zugänglichen Angaben im BKS-Portal Rheinland-Pfalz besteht die Werksfeuerwehr Klöckner Pentaplast in Heiligenroth seit 1981.

Was bleibt: Respekt – und ein Auftrag

2halb3 gratuliert allen neuen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern ausdrücklich. Wer diesen Weg geht, verdient Anerkennung. Nicht als Sonntagsrede, sondern ganz praktisch: durch Rücksicht im Einsatz, Verständnis im Beruf, Unterstützung in den Familien und klare Prioritäten in den kommunalen Haushalten.

Denn am Ende ist Feuerwehr ein stiller Vertrag zwischen Bürgern und Ehrenamtlichen. Wir alle hoffen, dass sie kommen, wenn es brennt, kracht, überflutet oder gefährlich wird. Dafür müssen wir akzeptieren, dass dieses System Pflege braucht.

Nicht irgendwann. Jetzt.

Wer in der VG Montabaur Erfahrungen mit Feuerwehr, Jugendfeuerwehr, Ausbildung, Einsatzbelastung oder Nachwuchsarbeit gemacht hat, kann sich gerne bei 2halb3 melden. Was läuft gut? Wo hakt es? Was muss Politik endlich ernster nehmen?

Quellen
Grundlage des Beitrags ist die Pressemeldung der Verbandsgemeinde Montabaur: „Grundausbildung erfolgreich abgeschlossen: 17 neue Feuerwehrfrauen und -männer ernannt“.

Eigene Recherche und Einordnung erfolgten über öffentliche Angaben der VG Montabaur zu den Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde, die Übersicht der Stützpunkt- und Ortswehren, das BKS-Portal Rheinland-Pfalz zur Werksfeuerwehr Klöckner Pentaplast sowie den allgemeinen rechtlichen und organisatorischen Rahmen zum Feuerwehrwesen in Rheinland-Pfalz.

No responses yet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert