Eine Rotte Wildschweine steht auf einer Wiese im Westerwald neben einem langen Metallzaun. Darüber liegt eine 2halb3-Grafik mit der Aufschrift „ASP-Zaun – offene Fragen“.

Der Westerwaldkreis bekommt einen Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest. Die Maßnahme soll schützen – wirft aber Fragen auf: zu Kosten, Kontrolle, Wartung, Grundstücken und Alltag vor Ort.

ASP-Zaun im Westerwald: Schutzmaßnahme mit offenen Rechnungen

Im Westerwald wird ein Zaun gebaut, bevor die Seuche da ist. Genau das ist der Punkt.

Der Westerwaldkreis will entlang der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen einen ASP-Schutzzaun errichten – betroffen sind nach Angaben der Kreisverwaltung die Ortsgemeinden Stein-Neukirch und Liebenscheid. Der Zaun soll vom Lager Stegskopf bis zum Dreiländereck verlaufen und später im Kreis Altenkirchen fortgeführt werden. Anlass sind bestätigte Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Nordrhein-Westfalen; der nächstgelegene Fall lag laut Kreis rund 22 Kilometer von der Westerwaldgrenze entfernt.

Klar ist: Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich, für Haus- und Wildschweine aber fast immer tödlich. Klar ist auch: Prävention kann sinnvoll sein. Doch genau dort beginnt die Recherche.

Denn ein Zaun ist nicht nur ein Zaun. Er kostet Geld, braucht Wartung, schneidet Wege, berührt Grundstücke, betrifft Jäger, Landwirte, Waldbesucher und Kommunen. Nach Angaben der Kreisverwaltung sollen Wander- und Radwege durch Durchlässe nutzbar bleiben; auch für die Querungen an L 296 und B 54 seien Lösungen vorgesehen. Die Kosten übernimmt laut öffentlicher Darstellung das Mainzer Umweltministerium.

Aber was heißt das konkret? Wie lang wird der Zaun genau? Wer baut ihn? Wer kontrolliert ihn? Wer repariert Schäden? Welche Grundstücke sind betroffen? Und wie wird verhindert, dass aus einer Schutzmaßnahme ein teures Symbol wird?

2halb3 schaut jetzt genauer hin. Nicht gegen Seuchenschutz. Sondern gegen Nebel im Verfahren.

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