Verfallene Holzbrücke und beschädigter Wanderweg in der Holzbachschlucht bei Gemünden, umgeben von Basaltfelsen und dichtem Wald

Die Holzbachschlucht ist so ein Ort, den man eigentlich schützen müsste wie einen Schatz. Basaltwände, bis zu 30 Meter hoch. Ein Bach, der sich über Jahrtausende seinen Weg gebahnt hat. Ruhe, Natur, ein kleines Stück heile Welt.

Eigentlich.

Denn wer heute durch die Schlucht läuft, merkt schnell: Hier zerfällt etwas. Und keiner greift ein.

Bäume liegen quer im Bach. Wege sind kaum noch begehbar. Treppen? Teilweise morsch, teilweise einfach verschwunden. Eine Brücke ist mit Flatterband gesichert – als hätte jemand kurz vor Feierabend noch schnell „irgendwas gemacht“. Das ist keine Pflege. Das ist Kapitulation mit Ansage.

Und es wird gefährlich. Hänge rutschen, Erde lockert sich, Pfade verschwinden langsam im Nichts. Wer hier unterwegs ist, braucht inzwischen nicht nur Wanderschuhe, sondern Glück.

Verantwortlich ist die Verbandsgemeinde Westerburg. Und die liefert vor allem eines: Schweigen durch Nichtstun. Jahre lang wurde hier offensichtlich nichts investiert. Kein Konzept, keine sichtbare Instandhaltung, keine Priorität.

Dabei ist die Schlucht kein Hinterhof. Sie ist ein Magnet. Menschen kommen von außerhalb, wandern, kehren ein, lassen Geld in der Region. Oder sie drehen irgendwann wieder um – weil es ihnen zu gefährlich oder schlicht zu traurig wird.

Vor Ort sprechen wir mit Besuchern. Die Stimmung? Gekippt. Von Begeisterung zu Frust.
Ein Satz bleibt hängen:
„Für alles ist Geld da – nur nicht für das, was wirklich zählt.“

Das sitzt. Und es zeigt, dass hier mehr kaputtgeht als nur ein Wanderweg. Es geht um Vertrauen. Um die Frage, ob Politik und Verwaltung noch verstehen, was ihre Aufgabe ist.

Und dann ist da dieser Moment, der fast wehtut: Ein kleiner Hund, „Sky“, springt durchs Wasser, spielt, genießt den Ort. Seine Besitzer stehen daneben, lächeln. Für einen kurzen Augenblick ist alles so, wie es sein sollte.

Und genau das macht es so bitter.

Denn die Holzbachschlucht könnte all das sein: Erholung, Natur, Lebensqualität. Stattdessen wird sie langsam zum Symbol für Wegsehen.

Wir fragen: Warum passiert hier nichts?
Zu teuer? Zu aufwendig? Oder einfach egal?

2halb3-News bleibt dran. Und wird Antworten einfordern.

Und Sie?

Haben Sie Fotos, die zeigen, wie es früher war? Oder wie es jetzt aussieht?
Dann melden Sie sich:

📧 redaktion@2halb3-news.de

Diese Schlucht ist zu schön, um sie kaputtzusparen. Und zu wichtig, um sie einfach verrotten zu lassen.

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