
Wer auf der Hauptstraße außerhalb von Wilsenroth (Verbandsgemeinde Dornburg) unterwegs ist, braucht vor allem eins: Glück. Glück, kein Schlagloch zu erwischen. Glück, nicht ausweichen zu müssen. Glück, dass nichts passiert. Denn diese Straße ist seit Jahren in einem Zustand, den man nicht mehr schönreden kann.

Die Fahrbahn ist desolat. Schlaglöcher gehören hier zur Grundausstattung – teilweise acht bis neun Zentimeter tief. Man muss sie nicht suchen, sie finden einen ganz von allein. Besonders für Fahrradfahrer, Rollerfahrer oder E-Scooter-Nutzer ist diese Strecke brandgefährlich. Wer hier hängen bleibt, landet nicht selten auf der Straße. Was das bei Tempo, Dunkelheit oder Nässe bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.
Die größte Gefahr steht nicht auf der Fahrbahn – sondern daneben
So schlimm der Zustand der Straße ist: Das eigentliche Sicherheitsrisiko steht am rechten Fahrbahnrand, zur Talseite hin. Dort befindet sich eine massiv deformierte Leitplanke, die seit dem Frühjahr 2025 sichtbar beschädigt ist.

Nach einem schweren Sturm, der in der Region zahlreiche Bäume entwurzelt oder abgeknickt hat, blieb auch dieser Schaden zurück. Ein Teil der Leitplanke wurde weggedrückt, verbogen, teilweise bis fast auf Bodenniveau gedrückt. Scharfe Kanten inklusive.
Was diese Leitplanke heute noch ist, ist vieles – aber keine Schutzeinrichtung mehr. Ein Pkw wird sie kaum noch aufhalten, ein Lkw schon gar nicht. Und das auf einer Straße, die so schmal ist, dass Gegenverkehr gegenseitige Rücksichtnahme zwingend erforderlich macht. Ein Ausweichmanöver wegen eines Schlaglochs, ein kurzer Moment Unachtsamkeit – und diese Leitplanke wäre das Letzte, worauf man sich verlassen sollte.
Sichtbar beschädigt – monatelang ignoriert

Der Schaden ist nicht neu. Er ist nicht versteckt. Er ist nicht schwer zu erkennen. Und trotzdem ist seit Monaten nichts passiert. Keine Reparatur, keine provisorische Sicherung, keine erkennbare Maßnahme.
Die Frage ist deshalb mehr als berechtigt: Warum wird hier nichts getan?
Wer ist zuständig?
- die Verbandsgemeinde Dornburg?
- der Landkreis Limburg-Weilburg?
- Hessen Mobil?
- oder fühlt sich am Ende einfach niemand verantwortlich?
Straßenkontrollen und Verkehrssicherung sind keine freiwillige Leistung, sondern Pflicht. Eine beschädigte Leitplanke über Monate hinweg zu ignorieren, ist kein kleines Versäumnis – es ist ein Risiko, das bewusst in Kauf genommen wird.
Erst reagieren, wenn es geknallt hat?
Das Muster ist bekannt: Erst wenn etwas passiert, wird geprüft, begutachtet und reagiert. Dann gibt es Betroffenheit, Pressemitteilungen und schnelle Maßnahmen. Vorher herrscht Stillstand.
Die Hauptstraße bei Wilsenroth steht exemplarisch für ein größeres Problem: Verkehrssicherheit auf dem Land scheint oft erst dann relevant zu sein, wenn es bereits zu spät ist.
2halb3 fragt deshalb offen:
Was muss hier noch passieren, damit gehandelt wird?
Und wer übernimmt die Verantwortung, wenn es nicht bei Blechschäden bleibt?
Das ist kein Einzelfall

Schon jetzt erreichen uns Hinweise aus anderen Orten – zu kaputten Straßen, gefährlichen Übergängen, abgesackten Fahrbahnen und vernachlässigter Infrastruktur. Und das nicht nur punktuell, sondern systematisch.
In Kürze werden wir deshalb auch über Straßen und infrastrukturelle Missstände aus dem gesamten geografischen Westerwald berichten. Nicht selektiv, nicht parteipolitisch, sondern dort, wo es konkret gefährlich wird – für Pendler, Anwohner, Kinder, Radfahrer und Rettungskräfte.
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Genug zugeschaut. Jetzt machen wir es sichtbar.
Wir starten den Schlagloch-Atlas Westerwald – und dafür brauchen wir eure Hilfe.
Wenn ihr in der Region Dornburg oder im Kreis Limburg-Weilburg Straßen kennt, bei denen man mehr Slalom fährt als fährt:
📸 Schickt uns Fotos von:
- Schlaglöchern
- maroden Fahrbahnen
- beschädigten Leitplanken
- oder anderen offensichtlichen Gefahrenstellen
Bitte ergänzt kurz:
- Ort / Straße / Streckenabschnitt
- seit wann der Schaden besteht (ungefähr reicht)
- warum die Stelle gefährlich ist (z. B. für Radfahrer, Kinder, Gegenverkehr, bei Nässe)
Wir sammeln, prüfen und veröffentlichen die Einsendungen auf 2halb3.de – lokal verortet, nachvollziehbar und öffentlich. Kein anonymes Gemecker, sondern dokumentierte Realität.
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Schlaglöcher verschwinden selten von selbst.
Aber sie verschwinden, wenn niemand mehr wegsehen kann.